Böhmi kuckt: Hader spielt Hader

Gestern war es nun endlich soweit: Hader spielt Hader in der Pockinger Stadthalle. Ich hatte mich schon lange auf diesen Abend gefreut, denn endlich konnte ich Josef Hader live und in Farbe auf der Bühne erleben.

Ich hatte bisher nur vereinzelte Ausschnitte aus den Programmen auf Youtube gesehen, doch hat mich der derbe, schwarze und teils sehr übertriebene Humor des Österreichers überzeugt. Auch die Filme, die ich bisher gesehen habe sind sehr sehenswert, allen voran die “Brenner-Krimis”, der TV-Zweiteiler “Der Aufschneider” und Haders Regiedebut “Wilde Maus”.

Pünktlich um 20:00 erlischt das Licht im Saal und der Abend beginnt. Es folgen 50 Minuten feinstes Kabarett mit einem bunten Potpourri aus Haders bisherigen regulären Programmen, in denen ich teils Tränen gelacht habe. Unterbrochen werden die einzelnen “Sequenzen” von Einlagen auf dem E-Piano.

Gezielt, wie ich vermute, streut Hader Stimmungstiefs, indem er überspitzt derbe Einlagen bietet, die erst mal den Saal zum verstummen bringt, nur um danach wieder richtig aufzudrehen und das gesamte Publikum wieder aus der Versenkung zu holen. Großartig!
Nach 50 Minuten beginnt die Pause.

Der zweite Teil beginnt mit einer musikalischen Einlage und Hader zieht die Stimmung wieder auf seine Seite. Leider ist für mich jetzt programmtechnisch ein wenig die Luft raus, zwar immer noch sehr gutes Kabarett mit viel Witz, Charme und Schmäh, aber mit der ersten Hälfte nicht mehr mithalten. Ein Hoch kommt nochmal auf, wenn die Scheidung auf dem Programm steht, es bleibt aber leider das einzige Highlight im sonst grandiosem Programm.

Der Abend endet gegen 22:00 Uhr mit Musik (“In da Nochborschoft”) und rundet den Abend wunderbar ab.

Meine Erwartungen wurden auf jeden Fall mehr als erfüllt, ich hatte sehr viel Spaß und ging mit einem Grinsen im Gesicht aus dem Saal.

Die Location gefiel mir ebenfalls sehr gut, wenn auch die Stühle ein wenig hart waren und langes Sitzen auf Dauer unangenehm wurde. Die Raumakustik in der Stadthalle Pocking war hervorragend, die Lautstärke auf angenehmem Pegel und gut ausgeglichen. Hier auch noch ein Lob an den Tontechniker (der übrigens auch teilweise im Programm mit einbezogen wurde). Die Plätze in der ersten Reihe waren dann natürlich noch das Sahnehäubchen 🙂


Josef Hader: Die unfreundlichsten Menschen | Spätschicht

Quellen und weiterführende Links:

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